Ein Notartermin ist ein entscheidender Schritt bei vielen rechtlichen Transaktionen, sei es der Kauf einer Immobilie, die Errichtung eines Testaments oder die Gründung einer Gesellschaft. Eine gründliche Vorbereitung spart nicht nur Zeit, sondern minimiert auch Risiken und Kosten. Auf NotareFinder.de, dem Verzeichnis mit über 5.000 Kanzleien in 869 Städten und allen 16 Bundesländern, finden Sie schnell den passenden Notar in Ihrer Nähe – etwa Notare in Bayern oder Notare in Berlin.
In diesem Beitrag erhalten Sie eine umfassende Checkliste zur Vorbereitung Ihres Notartermins. Wir gehen auf allgemeine und transaktionsspezifische Unterlagen ein, erklären die 14-Tage-Regel für Immobilienkäufe, listen wichtige Fragen auf und geben praktische Tipps. So gehen Sie entspannt und informiert in den Termin.
Warum eine gute Vorbereitung entscheidend ist
Notare sind nach dem Beurkundungsgesetz (BeurkG) verpflichtet, die Identität der Beteiligten zu prüfen, die Rechtslage zu überprüfen und die Urkunde fehlerfrei zu beurkunden. Fehlende Unterlagen können den Termin verzögern oder gar scheitern lassen, was Folgekosten verursacht. Nach aktueller Rechtslage betragen Notargebühren nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) je nach Wert der Transaktion zwischen 100 € für einfache Urkunden bis zu mehreren Tausend Euro bei Immobilienkäufen ab 500.000 €.
Eine Vorbereitung schützt zudem vor Überraschungen: Der Notar muss neutral beraten, aber Sie sollten Ihre Positionen kennen. Regionale Unterschiede gibt es vor allem in der Zuständigkeit – in Bayern oder Baden-Württemberg können Notare in bestimmten Fällen Amtsnotare sein, während in Hamburg Freie Notare dominieren. Die Bundesnotarkammer empfiehlt, Unterlagen immer original mitzubringen und Kopien vorzubereiten.
Allgemeine Unterlagen: Die Basis für jeden Termin
Unabhängig vom Anlass brauchen Sie grundlegende Dokumente zur Identifikation und zum Nachweis des Familienstands. Bringen Sie immer Originale und Kopien mit.
Persönliche Ausweisdokumente
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass (für Ausländer: Aufenthaltstitel).
- Für Minderjährige: eigene Ausweisdokumente und Geburtsurkunde.
- Meldebescheinigung (nicht älter als 3 Monate), die den Wohnsitz bestätigt.
Nachweise zum Familienstand
- Ledige: Auszug aus dem Melderegister mit Hinweis auf Ledigenstand (gültig 6 Monate).
- Verheiratete: Ehegattenzustimmung (notariell oder eigenhändige Unterschrift mit Zeugen) und Heiratsurkunde.
- Geschiedene/Witwen: Scheidungs- bzw. Sterbeurkunde des Ex-Partners.
- Für Paare: Nachweis über Zusammenleben, falls relevant (z. B. Hauptwohnsitz).
Tipp: Lassen Sie diese Unterlagen von der Standesamt- oder Bürgeramtstelle bescheinigen. Kosten: ca. 10–20 € pro Urkunde.
Transaktionsspezifische Dokumente: Je nach Anlass
Die benötigten Papiere variieren stark. Klären Sie mit Ihrem Notar oder Anwalt vorab, was genau gefordert ist.
Bei Immobilienkäufen oder -verkäufen
- Grundbuchauszug (nicht älter als 3 Monate, mit Eigentums- und Belastungsblättern).
- Flurkarten oder Liegenschaftskarten (vom Katasteramt).
- Energieausweis (Pflicht seit der Energieeinsparverordnung EnEV).
- Finanzierungsnachweis (Zusage des Kreditinstituts).
- Wichtige Regelung: Sie haben nach § 311b BGB i. V. m. der Praxis der Bundesnotarkammer Anspruch auf Übersendung des vollständigen Beurkundungsentwurfs mindestens 14 Tage vor dem Termin. Nutzen Sie dieses Recht, um den Text geprüft zu bekommen – idealerweise durch einen Anwalt. Kosten für den Versand: ca. 20–50 €.
Bei Testamenten oder Erbverträgen
- Vorheriges Testament (falls vorhanden, zur Vernichtung oder Registrierung im Zentralen Testamentsregister).
- Nachweis über Erben (Familienbuch oder Melderegisterauszug).
- Spezielle Wünsche schriftlich notiert (z. B. Vermächtnisse).
Bei Gesellschaftsgründungen (GmbH, OHG)
- Gesellschaftsvertrag-Entwurf (vom Anwalt).
- Nachweis über Stammkapital (Kontoauszug).
- Handelsregisterauszüge der Gesellschafter.
Sonstige Fälle (z. B. Schenkungen, Eheverträge)
- Bewertung des Schenkungsobjekts (Gutachten).
- Steuerliche Vorab-Anfragen beim Finanzamt.
Die 14-Tage-Regel im Detail: Ihr Recht auf Vorab-Information
Besonders bei hochpreisigen Transaktionen wie Immobilienkäufen gilt die sogenannte 14-Tage-Vorbesichtigungsfrist. Nach Empfehlung der Bundesnotarkammer und der Musterverträge der Notarkammern muss der Notar den Entwurf inklusive Anlagen (z. B. Lastenverzeichnis) spätestens zwei Wochen vor dem Termin zusenden. Dies ermöglicht eine Prüfung durch Fachanwälte.
Fordern Sie dies schriftlich an. Bei Nichteinhaltung können Sie den Termin verschieben – ohne Gebührverlust. Regionale Praxis: In Norddeutschland (z. B. Hamburg) ist dies strikt, in Süddeutschland flexibler, aber immer empfohlen.
Wichtige Fragen vor und während des Termins
Gehen Sie nicht unvorbereitet hin. Notieren Sie sich Fragen wie:
- Welche Steuern und Abgaben fallen an (z. B. Grunderwerbsteuer 3,5–6,5 % je Bundesland)?
- Gibt es Belastungen im Grundbuch (Dienste, Grundschulden)?
- Wie hoch sind die endgültigen Notarkosten (Rechner auf notarkammer.de)?
- Muss der Ehegatte/eine bevollmächtigte Person anwesend sein?
- Welche Fristen laufen nach der Beurkundung (z. B. Grundbucheintrag innerhalb 4 Wochen)?
Der Notar ist zur neutralen Beratung verpflichtet (DIN 820:2018 für Urkundenqualität). Fordern Sie Klarstellung, falls etwas unklar ist.
Was Sie während des Notartermins erwarten
Ein Termin dauert 30–90 Minuten:
- Identitätsprüfung und Unterlagenkontrolle.
- Vorlesung der Urkunde (Sie können sie selbst lesen).
- Erklärungen des Notars zu Risiken und Folgen.
- Eigenhändige Unterschrift (schwarze Kugelschreiber mitbringen!).
- Übergabe der Urkundenrolle (Original bleibt beim Notar).
Kommen Sie pünktlich, allein oder mit Begleitung (Anwalt erlaubt). Parkplätze und Öffnungszeiten prüfen – viele Kanzleien haben Terminvereinbarung online.
Praktische Checkliste: Schritt-für-Schritt-Vorbereitung
Hier die ultimative Checkliste (drucken Sie sie aus):
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Vorab (2–4 Wochen):
- Notar auswählen (Notare in Ihrer Stadt).
- Termin buchen und Transaktionsart nennen.
- Entwurf anfordern (14-Tage-Regel einhalten).
- Anwalt konsultieren.
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1 Woche vorab:
- Alle Unterlagen sammeln und kopieren.
- Fragenliste erstellen.
- Vollmachten besorgen (falls jemand vertritt).
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Tag des Termins:
- ID, Originale, Kopien, Notizblock mitbringen.
- Pünktlich erscheinen, ruhig bleiben.
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Nach dem Termin:
- Bestätigung abwarten (E-Mail oder Post).
- Folgeschritte prüfen (z. B. Grundbuchamt).
Kostenübersicht: Kopien ca. 0,20 €/Seite, Versand 5–10 €, Anwaltskosten 200–500 € extra.
Häufige Fehler vermeiden und regionale Besonderheiten
Vermeiden Sie: Fehlende Ehegattenzustimmung (führt zu Ungültigkeit), ungültige Meldungen oder unvollständige Grundbuchauszüge. In Bayern gelten strengere Formvorschriften für Immobiliengeschäfte (bayrisches Grundbuchgesetz), in NRW mehr Flexibilität bei Online-Terminen.
Mit Zertifizierungen wie dem Gütesiegel der Deutschen Notarrechtlichen Vereinigung (DNRV) wählen Sie seriöse Kanzleien. Auf NotareFinder.de filtern Sie nach Bewertungen.
Fazit: Vorbereitet in den Termin – für sicheren Erfolg
Mit dieser Checkliste sind Sie optimal gerüstet. Eine gute Vorbereitung schützt Ihre Interessen und macht den Prozess reibungslos. Suchen Sie noch einen Notar? Nutzen Sie unser Verzeichnis mit 5.064 Kanzleien – z. B. Notare in Hessen. Bei Fragen kontaktieren Sie uns oder Ihren Notar.
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